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Im Kaufrausch nicht wunschlos glücklich


Vortrag bei der Frauen-Union über Konsum

Parkstetten. „Kinder und Konsum – Konsum und Sucht“ lautete der Titel eines Vortrags, zu dem die Frauen-Union in das Pfarrheim eingeladen hatte. Veranstalter war die Hanns-Seidel-Stiftung mit ihrem Referenten Robert Spies, ehemaliger Jugendbeamter des Polizeipräsidiums München, der von seinen Erfahrungen im Hasenbergl berichtete. Seminarleiter Rudolf Mahlmeister von der Hanns-Seidel- Stiftung informierte kurz über die drei Bildungseinrichtungen der Stiftung in München, Wildbad Kreuth und Banz. 

„Sind Kinder im Kaufrausch wunschlos glücklich?“ Laut einer Studie sind sie es nicht, denn in einer Welt der Begehrlichkeiten und des Markenbewusstseins schon im Kindergarten kann Konsum in einer Sucht enden. Spies, der die Wünsche und Sehnsüchte von Jugendlichen mit wenig Geld im Hasenbergl hautnah miterlebte, arbeitet heute im Präventionskommissariat. Er weiß, dass die Übergänge zwischen Konsum und Sucht fließend sind. Bei Streit in den Familien gehe es meist ums Geld, so Spies. Fast vier von fünf Kindern besäßen ein Handy, davon 17 Prozent ein Smartphone. Das Taschengeld der Kinder sollte zum elterlichen Geldbeutel passen und vom Kind eigenverantwortlich ausgegeben werden dürfen, empfahl Spies. Damit werde eine Entscheidung getroffen, für die ein Kind Verantwortung übernehmen müsse.

Wünsche der Kinder sollten ernst genommen werden bei gleichzeitiger Aufklärung über das, was machbar ist. Das Wertebewusstsein von Kindern sollte geschult und Sparen geübt werden. Größere Anschaffungen sollten mit dem Kind beraten werden, „das kostet etwas“. Spies warnte vor der Verführbarkeit durch Werbung – manipulative Motivation – und Internet. Hier seien Eltern gefordert, aufzuklären. „Das Kind muss lernen, Frustration auszuhalten“.

Gefährlich sei, dass ein „Leben auf Pump“ heute für viele Menschen völlig normal sei. Meist lebten die Eltern den Konsum vor. Häufig sei Konsum ein Mittel, Schuldgefühle gegenüber dem Kind oder Frust zu unterdrücken. Spies schnitt kurz das Thema „Alkohol- Konsum“ an, warnte vor der „Peinlichkeitsgrenze“ und einer Abwärtsspirale. Fazit: „Es ist wichtig, Kindern den richtigen Umgang mit Konsum zu lehren“.

(Quelle: Straubinger Tagblatt, 31.10.2015)

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