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Vortrag: „Jungs ticken anders als Mädchen“


Jungs sind beim Lernen optisch gepolt, Mädchen hören besser und länger zu – dass es sich hier nicht um alte Vorurteile handelt, sondern um überprüfte wissenschaftliche Erkenntnisse, erfuhr die Zuhörerschaft bei einem Vortrag der Hanns-Seidel-Stiftung am 28.09.2016, zu dem Rudolf Mahlmeister und die Initiatorin und Vorsitzende der Frauen-Union Parkstetten, Magda Del Negro, geladen hatte.

Dass Biologie und Soziologie sich an dieser Frage ständig entzweien, müsse eigentlich nicht sein, betonte die Referentin Dr. Cornelia Wolfgruber, wenn man davon ausgehe, dass Körper und Geist sich de facto nicht trennen lassen, so dass unser biologisches Geschlecht natürlicherweise Auswirkungen auf unsere Fähigkeiten und gesellschaftlichen Verhaltensweisen habe. Dass Jungs in der Pubertät mehr Muskelmasse entwickeln und das männliche Hormon Testosteron sie zu waghalsigeren Unternehmen animiert und befähigt, während Mädchen in der Pubertät biologisch gesteuert eher Fett als Muskeln ansetzen und schon von klein auf fürsorglicher sind, um später den Nachwuchs besser betreuen zu können, sei wissenschaftlich erwiesen. 

Dass daraus keine ökonomische Benachteiligung des weiblichen Geschlechts in einer arbeitsteiligen technisierten Gesellschaft wie der unseren entstehen dürfe, sollte doch die entscheidende Schlussfolgerung sein, so Dr. Wolfgruber – und nicht ein ideologisch verbrämter Ansatz, der jeden Unterschied leugne oder als gesellschaftlich anerzogenen darstelle, ausgelöst durch eine falsche Spielzeuggabe wie Puppen oder Autos.

So löse die Tiefenpsychologie das Problem höchst wissenschaftlich und doch simpel: Ich auch! - spüre das weibliche Baby, wenn es seine Mutter wahrnimmt und das männliche Baby erkenne: Ich anders! Damit lasse sich die unterschiedliche Entwicklung von Mädchen und Jungen sehr gut verfolgen und in der Erziehung als Willen zur Identifikation bzw. zur Unterscheidung wahrnehmen. Wenn man diesen Grundsätzen Rechnung trage, so Dr. Wolfgruber, könne man doch am besten für einen erzieherischen Ausgleich sorgen, indem man die Kinder an ihren jeweiligen Schwachstellen unterstütze: Die Mädchen sollten lernen, mehr zu unterscheiden und die Jungen sollten soziale Fürsorge und Gemeinsamkeit trainieren. Damit würden beide Geschlechter optimal für die Anforderungen unserer heutigen Gesellschaft vorbereitet sein.

Gegen Ende des Vortrags erlebten wir dazu entsprechende Verhaltensbeispiele. Denn der Bürgermeister von Parkstetten bestätigte denn auch auf Anfrage der Referentin, dass er jetzt gleich seine optischen Eigenschaften beim Sehen des bereits begonnenen Fußballspiels zum Einsatz bringen würde. Die zweite Bürgermeisterin Magda Del Negro hielt abschließend noch eine herzerwärmende Laudatio für die Referentin und Herrn Mahlmeister von der Hanns-Seidel-Stiftung – nicht, ohne die Gemeinsamkeiten zu betonen!

Text: Rudolf Mahlmeister/Foto: Silvia Obermeier-Fenzl

 

FU-Vorsitzende Magda Del Negro überreicht an die Referentin Dr. Cornelia Wolfgruber und an Seminarleiter Rudolf Mahlmeister nach dem Vortrag ein kleines Präsent.