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30-Jahre Frauenunion


Mit einem Gedenkgottesdienst, einer Lesung von Lisa Stögbauer und einem Festabend im Gasthof Doppelhammer hat die Frauen-Union Parkstetten am Samstag ihren 30. Geburtstag gefeiert. „Wir Frauen haben in dieser Zeit Ideen verwirklicht und wichtige Anregungen gegeben. Wir haben in der Gemeinde mit Herz, Kreativität und Sachverstand Verantwortung übernommen und wollen diesen Weg mit nicht nachlassender Tatkraft weiter gehen“, betonte die FU-Ortsvorsitzende und 2. Bürgermeisterin Magda Del Negro.

Das Jubiläum war auch Anlass für Ehrungen. Mit Rosen und Urkunden gedankt wurde den 16 Gründungsmitgliedern mit Ehrenvorsitzender Hilde Kapfer an der Spitze. Gewürdigt wurde auch Christine Sporrer-Dorner, die 40 Jahre beim FU-Kreisverband ist, sowie Ingrid Hafner, Rosa Leiderer und Maria Sigl. Für 30 Jahre wurde Aurelia Artmann und Marianne Bäuml die Anerkennung ausgesprochen, sowie für 25-jähriges Engagement Maria Rothammer und Hannelore Zahnweh. Den Abend bereicherte mit Musik auf der Querflöte die erst zwölfjährige Johanna Kiefl von der Kreismusikschule, begleitet von ihrem Vater Christoph am Klavier.

Seit 1919 Frauenwahlrecht
Die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende FU-Bezirksvorsitzende Gudrun Zollner, Wallersdorf, blickte auf den langen Weg der Gleichberechtigung von Frauen zurück. Er begann 1919 mit dem Frauenwahlrecht und habe sich 1947 mit der Arbeitsgemeinschaft für Frauen fortgesetzt. 1965 habe der erste Frauenkongress in München statt gefunden, Forderungen seien 1968 in das CSU-Grundsatzprogramm eingeflossen. 1961 mussten Frauen durch eine Sitzblockade das Wahlversprechen von Bundeskanzler Adenauer erzwingen, eine Frau ins Kabinett zu berufen.

Noch heute gebe es Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung, betonte Zollner im Hinblick auf die Frauenquote in Politik und Wirtschaft, „obwohl in Schule, Studium und Qualifikation Mädchen und Frauen die Nase vorn haben“. Es gebe zu wenig Frauen in Spitzenpositionen, auch die Bezahlung sei bei gleicher Qualifikation geringer. Zollner ermutigte die Frauen zu mehr Vertrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten und appellierte an die Politik, für mehr Chancengleichheit zu sorgen. Als MdB habe sie für die Mütterrente mitgekämpft und gestalte die Frauenquote in Aufsichtsräten mit. In Parkstetten bringen sich Frauen wie die 2. Bürgermeisterin Magda De Negro und Gemeinderätin Birgit Rohrmüller in Kommunalpolitik ein, erklärte Zollner.

Die Gründungsmitglieder und Geehrten mit der FU-Vorsitzenden Magda Del Negro (vorne, links), MdB Gudrun Zollner (links), stellvertretender Landrätin Barbara Unger (rechts) sowie (hinten, von links) Ortsvorsitzendem Elmar Obermeier, MdB Alois Rainer und MdL Josef Zellmeier.

Die kommissarische FU-Kreisverbandsvorsitzende Josefine Hilmer würdigte die Arbeit des FUOrtsverbandes, der in 30 Jahren von 16 Gründungsmitgliedern mit heute 77 Frauen zum stärksten Ortsverband im Landkreis geworden ist. Hier sind Frauen sich einig, wollen aktiv am Gemeindeleben teilnehmen, es mitgestalten und ihren Platz einnehmen, so Hilmer. Die Vorsitzenden Hilde Kapfer und Magda Del Negro hätten mit Aktionen, Veranstaltungen auch auf Kreisebene Leistung, Engagement und Rückgrat bewiesen und Vieles bewegt.

Der Anstoß für die Mütterrente sei aus der FU gekommen, betonte Bundestagsabgeordneter Alois Rainer und nannte die FU-Parkstetten ein Aushängeschild im Landkreis. Als besonderes Geschenk für die Parkstettener FU brachte er die Mitgliedschaft seiner Frau Gabi mit. Frauen tragen die Politik der CSU entscheidend mit, betonte der Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier und bescheinigte den FUFrauen eine hervorragende Arbeit in 30 Jahren. Der CSU-Wahlerfolg 2014 sei maßgeblich der FU zu verdanken.

„Wichtige Impulse“
Vom Ortsverband Parkstetten seien von jeher wichtige Impulse für die Landkreis-FU ausgegangen, meinte die stellvertretende Landrätin Barbara Unger. Die Entwicklung als mitgliederstärkster Verband sei nur möglich gewesen durch kontinuierliche, erfolgreiche und motivierende Arbeit der beiden Vorsitzenden und ihrer Teams. Sie hätten mit Blick über den Tellerrand politische, gesellschaftliche und soziale Themen angepackt. Der neue CSU-Ortsverbandsvorsitzende Elmar Obermeier überbrachte Grüße von Bürgermeister Heinrich Krempl und erklärte, die Herausforderung des Wechsels zu mehr Gleichstellung von Frauen und Männern sei nur gemeinsam zu bewältigen.

Eine heitere Bilderreise über 30 Jahre FU-Parkstetten und in Erinnerungen schwelgen, kurzweilig zusammengestellt von Sylvia Fenzl-Obermeier, schloss den offiziellen Teil des Abends ab.

Quelle: Straubinger Tagblatt

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