Vortrag von Prof. Zöpfl


Zu den Begriffen "Heimat" und "Werte" gebe es viel zu sagen; eine Definition sei schwer, meinte Zöpfl. Er hinterfragte Werte wie Solidarität, Wahrheit, Zeit oder "Das Schöne", die heute häufig gebraucht würden, und zeigte ihre Fragwürdigkeit auf. Doch nichts sei falscher als zu behaupten, wir hätten keine Werte mehr. Zeit könne beispielsweise wertvoll sein, wenn sie Anderen geschenkt werde.

Zunächst wurden Werte wie Wirtschaft, Wellness, Werbung aber auch weltweit und Weltbürger kritisch beleuchtet. Ein "Global-Player" vergesse meist die Besonderheit seiner Heimat, getarnt unter Offenheit: "Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein", meinte Zöpfl. Weiter ging es unter anderem um die Fragwürdigkeit von Effizienz und Evaluation auch in der Schule, - "kindliche Bildung kann man nicht evaluieren!", - um Ratio und Rationalisieren in der Wirtschaft. "Fortschritt hat Grenzen, die Heimat darf nicht vergessen werden". Unselig nannte Zöpfl die Bestrebungen zu immer früherem und kürzerem Schulunterricht. Den Kindern werde Zeit weggenommen. Werte wie Singen, Beten oder der Besuch auf einem Bauernhof würden wegrationalisiert. Statt dessen würden schon im Kindergarten Unsinnigkeiten vermittelt wie das Gravitationsgesetz.

"Was trägt?" und "woran können wir uns orientieren?" fragte Zöpfl und bot Werte wie Wahrhaftigkeit, Gewissen, Ehrfurcht vor Natur und Schöpfung an. Dazu gehörten auch Redlichkeit - "eine vergessene Tugend" - und nicht zuletzt die Religion. "Können wir uns leisten, ganz auf Religion zu verzichten?" Das Christentum sei eine personale Religion, in der der Einzelne noch wahrgenommen werde. Auf der Basis der christlichen Werte Glaube, Liebe, Hoffnung sollte aus der Heimat und von Früher erzählt und vorgelesen werden, empfahl Zöpfl. Die alten Sprichwörter stimmten noch und Gutes tun lohne sich. "Freuen wir uns über unsere Kultur in Bayern und pflegen wir sie". 

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